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Mein Tag im Raphaelshaus

Gestern durfte ich einen Tag Gast sein in der Otmar Alt Gruppe im Jugendhilfezentrum Raphaelshaus in Dormagen. Die Otmar Alt Gruppe ist eine stationäre Gruppe, in der 7 sexuell auffällige und grenzüberschreitende Jungen leben, die noch keine 14 Jahre alt sind. Im Vordergrund der pädagogischen Arbeit steht die durchgängige Auseinandersetzung der Jungen mit den negativen und unerwünschten Verhaltens- und Persönlichkeitsmustern, die zur Aufnahme geführt haben. Ziel ist es, den Jungen stets die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung vor Augen zu führen und sie durch Wertschätzung und Förderung ihrer Ressourcen zu weiteren Verhaltensänderungen zu motivieren. Insgesamt bleiben die Jungen zwei Jahre in der Gruppe. Alle Jungen, die in der Otmar Alt Gruppe leben, sind durch persönliche Niederlagen und negative Erfahrungen in ihrer Lebensgeschichte geprägt und zum Teil  hoch belastet – eine für mich wichtige Information, die das Verhalten der Jungen nachvollziehbarer macht.

Im Gespräch mit den Pädagogen und den Lehrkräften, die mit den Jungen arbeiten, habe ich viel über deren Tagesablauf und die pädagogischen Angebote erfahren. Ein besondere Bedeutung hat der Sport und die Arbeit mit Tieren, die auf dem Gelände des Jugendhilfezentrums leben und für die die Jungen auch Verantwortung übernehmen. So gehörten zu meinem Tagesplan gestern nicht nur die Arbeit im Pferdestall, sondern auch eine Wanderung mit Kamelen und Lamas. Ich habe auch eine Schulstunde mit den Jungen der Gruppe verbracht, die von einer weiteren stationären Jungengruppe besucht wurde. Im Vordergrund standen die vielen Fragen, die die Jungen an mich als Bundestagsabgeordnete, gestellt haben: vom Atomausstieg und die Endlagerfrage, über Reformen im Bildungssystem bis zum Asyl- und Flüchtlingsrecht. Ich durfte auch Frage stellen und bekam sehr spannende Antworten, bspw. auf die Frage, wie sich ihr Leben seit der Aufnahme in der Otmar Alt Gruppe verändert hat.

Zum Thema Kinderrechte hat die Otmar Alt Gruppe ein eigenes Video gedreht, für das sie auch den zweiten Preis in einem Wettbewerb der Caritas bekommen hat:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Jl6BFZF5hhk[/youtube]

Im Gespräch mit dem Leiter des Jugendhilfezentrums, Hans Scholten, und den pädagogischen Fachkräften ging es vor allem um die Frage, wie sexuelle Übergriffe und Grenzüberschreitungen- sowohl zwischen den Kinder und Jugendlichen wie von Erwachsenen den Kindern und Jugendlichen gegenüber – in einer Einrichtung verhindert werden können.

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