Nach Informationen der drei Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD), Katja Dörner (Grüne) und Paul Schäfer (Linke) plant das Bundesfinanzministerium erneut, den Petersberg zu verkaufen. Die Politiker werten den geplanten Verkauf des ehemalige Bundesgästehaus als schweren Fehler und fordern stattdessen eine Stiftung zum Erhalt von Gebäuden besonderer historischer nationaler Bedeutung. Die drei Abgeordneten haben sich mit einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gewandt.
“Der Petersberg ist wegen seiner Lage, Größe und Ausstattung der einzige Ort in Deutschland, an dem für wichtige internationale und mit starken Sicherheitsauflagen versehene Konferenzen durchgeführt werden können”, stellt Kelber fest. “Die Bundesregierung darf sich darum nicht von diesem einzigartigen Konferenzstandort trennen,” ist Dörner überzeugt, die auch an die historische Bedeutung des Petersbergs erinnert.
Die drei Abgeordneten schlagen eine Art “National Historic Site Act” analog zu den USA vor. “Mit diesem Gesetz könnten Orte und Gebäude von bundesdeutscher Geschichte besser geschützt werden und eine gesetzliche Grundlage für die dauerhafte finanzielle Unterstützung des Bundes entstehen. Dazu würden in Bonn neben dem Museum König, dem Palais Schaumburg und der Villa Hammerschmidt unzweifelhaft der Petersberg zählen, der nicht nur Gästehaus des Bundes war, sondern auch Sitz der Alliierten Hohen Kommission,” ist Schäfer überzeugt.
Alle drei stellen klar, dass sich ein Verkauf keinesfalls rechnet. Das Hotel erwirtschafte Gewinne, wodurch die laufenden Betriebskosten gedeckt seien. Nur für die großen Investitionen müsste jährlich Geld zurückgelegt werden. Durch die Lage und dem damit verbundenen minimalen Polizeiaufwand gäbe es keinen Konferenzort in Deutschland, der sich billiger abschirmen lasse und die Wohnbevölkerung dabei so wenig belaste. Dörner erinnert auch daran, dass die Innenausstattung des Petersbergs beim Verkauf verloren ginge. Denn die Innenausstattung besteht aus Leihgaben der Länder, die beim Ausscheiden des Petersbergs aus dem Bundesbesitz wieder zurückgegeben werden müssten.
Was die Zukunftsperspektive angeht, so sind sich die drei Abgeordneten einig, dass sich neben dem Hotel auch andere Nutzungen finden lassen, die den historischen Wert des Gebäudes unterstreichen. “So wäre eine Besuchs- und Ausbildungsstätte für die vielen Gäste der deutschen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit denkbar. Viele frühere Stipendiaten Deutschlands hätten heute hohe Ränge in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ihrer Heimatländer inne und könnten so angemessen empfangen werden. Sie sind Deutschlands beste Botschafter und Verbündete auf der ganzen Welt,” sagt Kelber abschließend.







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