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Kindertagespflege: Ausbaustand besorgniserregend

Anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zum qualitativen und quantitativen Ausbau der Kindertagespflege erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Der Ausbaustand der Kindertagespflege ist besorgniserregend. Die Bundesregierung selbst verweist auf eine wissenschaftliche Studie, nach der absehbar mehr als 30.000 Tagespflegepersonen fehlen, um das gesteckte Ziel erfüllen zu können: Wenn in weniger als zwei Jahren der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft tritt, soll der Ausbau der U-3-Betreuung zu einem Drittel durch Kindertagespflege gesichert sein. Der schwarze Peter wird mal wieder den Kommunen zugeschoben.

Mehr als ein Drittel der Tagespflegepersonen verfügt derzeit über keine oder nur eine rudimentäre fachpädagogische Qualifizierung. Dies ist nicht akzeptabel, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Kindertagesstätten und Kindertagespflege im Gesetz gleichwertig nebeneinanderstehen und die Tagespflege somit einen Bildungsauftrag zu erfüllen hat. Deshalb fordern wir neben einer Ausbildungsoffensive eine Qualitätsoffensive in der Kindertagesbetreuung. Nur so können der drohende Fachkräftemangel in der Kindertagespflege abgewendet und die Gleichwertigkeit des Förderauftrags von Kita und Kindertagespflege sichergestellt werden.

Die Antwort der Bundesregierung brachte zudem zu Tage, dass 43 Prozent aller Kinder zwischen drei und sechs Jahren sowohl eine Kita als auch eine Tagepflegeperson in Anspruch nehmen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Festschreibung eines Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz im Bundesgesetz mehr als überfällig ist. Darüber hinaus belegen viele unbeantwortete Fragen das fehlende Interesse der Bundesregierung am Thema Kindertagespflege. Der Kenntnisstand der Bundesregierung zum Kita-Ausbau ist schon mehr als dürftig, beim Ausbau der Kindertagespflege stochert sie in vielen Bereichen vollends im Nebel. Für die Erfüllung des Rechtsanspruchs lässt das nichts Gutes vermuten.

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