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Mein Praktikum im Bundestag

Vom 10. bis 25. Juni 2015 hatte ich die Möglichkeit den Alltag einer Abgeordneten hautnah mitzuerleben. Im Rahmen meines Schülerpraktikums habe ich gesehen wie Politik in Deutschland gemacht wird.

Den Anfang meiner Praktikumszeit habe ich in Berlin verbracht. So konnte ich einen ersten Eindruck vom Ablauf der Sitzungswochen bekommen und durfte die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner zu ihren Arbeitskreisen und Ausschüssen begleiten.

Mein „Arbeitsplatz“ war im Haus UdL (Unter den Linden) 50, im Abgeordnetenbüro von Katja Dörner. Dort saß ich zusammen mit Sarah, Isabel und Iris, die als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Sachbearbeiterin für Katja arbeiten.9416428288_d4d0c92367_k

Zu Beginn habe ich das Team beim Erstellen von Artikeln für den wöchentlichen Newsletter zu den aktuellen Themen, wie der „Ehe für alle“, unterstützt. Ich konnte eine Pressemitteilung entwerfen. Es ging um die Beratungen im Petitionsausschuss zum Vorhaben einen Kinderbeauftragten für den Bundestag einzurichten. Und natürlich habe ich den Mitarbeiterinnen bei ihrer sonstigen Arbeit über die Schultern geguckt.

Sehr aufregend war für mich das Kennenlernen der verschiedenen Bundestagsgebäude. Um die vielen Sitzungen an denen ich teilgenommen habe immer rechtzeitig zu erreichen, habe ich das unterirdische Verkehrsnetz des Bundestages mitgenutzt. Ohne Hilfe hätte ich mich mehrmals in den vielen Gängen und auch Straßen völlig verirrt.

Ein cooles Gefühl war es den blauen Hausausweis des Bundestages zu besitzen, mit dem man, ohne durch die Sicherheitskontrolle zu müssen, in alle Gebäude gelangt. Dabei trifft man auf Abgeordnete oder Bundesminister, die dann alle ganz normal wirken – so ohne Mikrofon und Kamera.ausweis

In was für einer Pflicht die Politiker*innen stehen wurde mir klar, als Katja mir erzählte, dass sie sich jeden Tag während der Sitzungswochen in eine Anwesenheitsliste eintragen muss, die in den verschiedenen Häusern ausgelegt ist. Als Abgeordnete*r darf man nur aus einem wichtigen Grund von Sitzungen fernbleiben. Die Entschuldigung muss die/der Abgeordnete schriftlich beim Bundestagspräsidenten einreichen. Das alles hat mich doch sehr an Schule erinnert.

Eine faszinierende Erfahrung war für mich auch direkt mitzubekommen wie Themen, über die am vorherigen Tag noch im Plenum debattiert wurde, am nächsten Tag ausführlich in der Zeitung erschienen.

Überrascht hat mich was man als Politiker*in für ein Durchhaltevermögen braucht. Vor allem in einer Oppositionspartei, wenn die eigenen Gesetzesentwürfe immer wieder abgelehnt werden und man dann trotzdem noch die Energie haben muss, es immer wieder zu versuchen. Ein Highlight ist dann, wenn die Mehrheit sich auf einen Kompromiss mit der Opposition einlässt. Die Sicherheit und das Selbstbewusstsein, trotz der vielen Menschen die dir gegenüber sitzen und deine Auffassung nicht teilen, zu seiner Meinung zu stehen, habe ich sehr bewundert.

In meiner Zeit im Abgeordneten-Büro im Wahlkreis war ich dann bei den Mitarbeitern Holger und Floris und konnte die ruhigere Seite der Politik vor Ort kennen lernen. Dort habe ich unter anderem im Internet über Jugendliche Ultras recherchiert und dazu bei der Bürobesprechung den Input geliefert. Ich habe Katjas Angaben zur Biografie für die Homepage aktualisiert und durfte sie auf verschiedene Veranstaltungen begleiten.

Anders als erwartet, war Politik hier auch sehr emotional und direkt. Besonders dann, wenn sich die Politiker*innen in ihren Wahlkreisen mit den lokalen Problemen und davon betroffenen Menschen auseinandersetzen. Miterlebt habe ich das zum Beispiel bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Sterbehilfe. Das Publikum bestand überwiegend aus älteren Menschen, die direkt von dem Thema betroffen waren und sehr direkte, sehr persönliche Fragen gestellt und zum Teil auch traurige Geschichten und Situationen aus ihrem Leben geschildert haben. Von Politikern*innen erwarten die Menschen dann trotz dieser Emotionen, eine klare Antwort die ihnen weiterhilft.

Am Ende meines Praktikums durfte ich Katja und Floris zu einer Infoveranstaltung über Flüchtlinge in Bonn begleiten. So direkt auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam gemacht zu werden, war zwar auf der einen Seite total interessant, jedoch war es ein bedrückendes Gefühl zu wissen, dass man als Schüler und normaler Bürger so unmittelbar in der Nähe lebt und es doch so einfach ist wegzuschauen.

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Insgesamt war das Praktikum für mich eine tolle Erfahrung, bei der ich Antworten auf meine Fragen bekommen und viel Neues gelernt habe.

Von Sarah Pfeiffer (Schülerin, 16 Jahre)

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