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Rote-Hand-Tag 2017: Einsatz von Kindersoldaten beenden!

Anlässlich des anstehenden Internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldatinnen und Kindersoldaten am 12. Februar 2017 erklärt Katja Dörner, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Bonn:

„Kinder dürfen nicht als Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz kommen. Die furchtbare Situation von Kindern in Kriegen und Konfliktgebieten beschäftigt uns alle – unlängst haben uns die Bilder aus Aleppo aufgerüttelt. Deswegen findet seit 2003 jedes Jahr im Februar die Aktion Rote Hand (www.aktion-rote-hand.de) statt. Mit starker Beteiligung von Schulen und Jugendeinrichtungen wird das Inkrafttreten des Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention gewürdigt, indem der Einsatz von Kindern in Kriegen verboten wurde.

Dieses Jahr wird der landesweite Aktionstag Rote Hand am 10. Februar stattfinden. In ganz NRW sind Schulen eingeladen, an der Aktion teilzunehmen und Rote Hände mit persönlichen Botschaften zu sammeln. Ich freue mich, wenn auch die Beteiligung in Bonn groß ist und möchte Schulen zur Teilnahme aufrufen. Gerne nehme ich die Roten Hände entgegen und übermittele sie an die Kinderkommission des Deutschen Bundestags. Ein Leitfaden mit Vorschlägen für die Umsetzung befindet sich auf der Homepage der Aktion Rote Hand. Der Grundgedanken dieser Aktionen ist, das Auseinandersetzen von Jugendlichen mit dem Thema Gewalt zu fördern und auf Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. 2017 wird bei der Aktion Rote Hand aber auch ein besonderes Augenmerk auf die Faszination und Attraktivität der Terrororganisation IS für Jugendliche in Deutschland gelegt.

Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich verstärkt gegen den Einsatz von Kindersoldatinnen und -soldaten einzusetzen. Um mit einen guten Vorbild voran zu gehen, ist es zudem überfällig, dass sich Deutschland selbst an das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention hält. Dies bedeutet, die Rekrutierung von Minderjährigen in die Bundeswehr zu beenden und die gezielte Werbung der Bundeswehr mit Blick auf Kinder und Jugendliche zu unterbinden.“

 

Hintergrund:

Kindersoldatinnen und -soldaten sind alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden und wurden, egal in welcher Funktion oder Rolle. Implizit sind dies nicht nur Kinder, die aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen, sondern auch Kinder, die beispielsweise in der Küche, zur Nachrichtenübermittlung oder zu sexuellen Zwecken benutzt werden.

Derzeit werden geschätzt 205.000 Kindersoldatinnen und -soldaten weltweit eingesetzt. Kein Konflikt auf dieser Welt findet ohne eine Beteiligung von Kindern statt. Von diesen Kindersoldatinnen und -soldaten sind etwa 40% weiblich, die häufig sexuell missbraucht werden.

Auch in Deutschland dürfen Jugendliche mit nur 17 Jahren zur Bundeswehr. Ebenso richtet sich die Bundeswehr mit Werbung gezielt an minderjährige Jugendliche. Freiwillige mit einem Mindestalter von 17 Jahren werden als Soldatin oder Soldat in die Bundeswehr aufgenommen, um eine militärische Ausbildung zu beginnen. Allein von Januar bis Ende November 2016 haben 1768 Minderjährige den Dienst bei der Bundeswehr aufgenommen – 260 mehr als im Vorjahr. 2011 lag in Deutschland die Anzahl der minderjährigen Soldatinnen und Soldaten noch bei 689. Mit der Petition www.unter18nie.de zielt die Aktion Rote Hand auf die Anhebung des Mindestalters bei der Bundeswehr auf 18 Jahre.

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