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13Jun

Gemeinsame Erklärung zur Situation in der Türkei

Angesichts der zugespitzten Situation in der Türkei und dem Umgang der Erdogan-Regierung mit der Protestbewegung rund um den Taksim-Platz in Istanbul (und vielen anderen Städten in der Türkei) habe ich mich gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen meiner Fraktion sowie der SPD-Fraktion (und Stefan Liebich von den Linken) an die türkische Regierung gewandt und diese aufgefordert, die Menschenrechte einzuhalten und demokratische Rechte zu gewähren. Die Gewaltanwendung gegen die eigene Bevölkerung muss sofort unterbunden und die gewaltsamen Vorfälle seitens der Sicherheitskräfte und Polizei umfassend aufgeklärt werden. Wichtig ist uns, dass der Wille der Mehrheit in der Türkei, an der EU-Beitrittsperspektive festzuhalten, nicht einer populistischen und auf Ausgrenzung setzenden Politik zum Opfer fällt. Die zivilgesellschaftliche Protestbewegung wird nicht gestärkt, viel mehr fällt man ihr in den Rücken, wenn die Auseinandersetzungen in der Türkei nun als Grund herhalten muss, die Tür zum EU-Beitritt der Türkei zu schließen. Die Erklärung kann man hier nachlesen.

Auf Initiative des Landesvorstands und des Arbeitskreises säkularer Grüner in NRW wird sich die Landesdelegiertenkonferenz der nordrhein-westfälischen Grünen am kommenden Wochenende mit einer Resolution zur aktuellen Lage in der Türkei befassen, und so ihre Solidarität mit den Menschen, die in der Türkei für eine demokratische und moderne Gesellschaft auf die Straße gehen und ihre Freiheitsrechte einfordern, zum Ausdruck zu bringen.

23Mai

Hand aufs Herz: Meine persönlichen “Top-5″ beim grünen Mitgliederentscheid

Das grüne Wahlprogramm ist beschlossen. Aber es bleibt weiter spannend. Denn die grünen Mitglieder entscheiden, welche der im Wahlprogramm beschriebenen 58 Schlüsselprojekte in einer grünen Regierungsbeteiligung als erste angegangen werden sollen. Auf www.gruener-mitgliederentscheid.de wird schon eifrig diskutiert.  Wir Bonner Grünen laden alle Mitglieder und Interessierte am 8. Juni in die Räume des Kreisverbandes (Dorotheenstr. 79) ein, um für die eigenen Herzensthemen zu werben, Argumente auszutauschen und dann auch abzustimmen.

Klar ist es schwer, aus 58 wichtigen Vorhaben auszuwählen. Und klar, dass mir als kinder- und familienpolitischer Sprecherin der Bundestagsfraktion die Projekte rund um Kinder und Familien besonders wichtig sind. Aber – Hand aufs Herz – hier sind meine Top 5:

Gute Kita-Plätze statt Betreuungsgeld (Projekt 38)

Beim Kita-Ausbau sind wir immer noch „Entwicklungsland“. Dabei sind gute Kitas so wichtig. Nur mit guten Kitas hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf überhaupt eine Chance. Kitas sind Orte frühkindlicher Bildung, die elementar dazu beitragen, dass auch Kinder, die in ihren Familien wenig Unterstützung erfahren, in ein gutes und erfolgreiches Leben starten. Das Betreuungsgeld bewirkt genau das Gegenteil. Es ist eine bildungs- und gleichstellungspolitische Katastrophe. Kinder werden von der Kita, Mütter von der Rückkehr in den Job ferngehalten.

Vermögensabgabe einführen – Staatsverschuldung abbauen (Projekt 18)

Die Bundesrepublik ist mit mehr als 2 Billionen Euro verschuldet. Für diese Schulden stehen jährlich rund 40 Milliarden Euro Zinsen an – Geld, das für wichtige Zukunftsinvestitionen – beispielsweise für die Kitas und Schulen – fehlt. Den öffentlichen Schulden stehen rund 10 Billionen Euro Privatvermögen gegenüber. Die Hälfte dieser 10 Billionen sind im Besetz der obersten 10 Prozent der Haushalt. Das ist nicht gerecht. Mit der Vermögensabgabe wird nicht nur die Staatsverschuldung abgebaut, sondern endlich werden auch die daran beteiligt, die Kosten der Euro-Krise abzubauen, die an den Finanzmärkten von hohen Renditen besonders profitiert haben. 

Massentierhaltung beenden (Projekt 8)

Was in vielen Ställen abläuft, ist reinste Tierquälerei und ethisch überhaupt nicht vertretbar. Die industrielle Massentierhaltung erzeugt aber auch darüber hinaus einen Rattenschwanz an Problemen: Sie trägt massiv zur Erderwärmung bei, führt zu Landraub und Hunger in den Entwicklungsländern, zu resistenten Keimen in unseren Krankenhäusern und zu verdrecktem Grundwasser. Deshalb muss das bisherige System der Fleischproduktion schnellstmöglich beendet werden.  

Keine Rüstungsexporte zu Lasten von Menschenrechten (Projekt 57)

Als drittgrößter Waffenexporteur der Welt macht Deutschland lukrative Geschäfte auf dem Leid von Millionen Menschen in Kriegs- und Krisengebieten. Wem welche Waffen verkauft werden ist völlig intransparent. An den Menschenrechten ausgerichtete Kriterien lassen sich nicht erkennen. Panzer für Katar und Saudi-Arabien sind nur erschreckende Beispiele. Mit einem restriktiven Rüstungsexportgesetz müssen wir die Rüstungslobby endlich in die Knie zwingen.

Eigenständige Existenzsicherung statt Ehegattensplitting (Projekt 32)

Traditionelle Rollenbilder prägen bis heute unser Steuer- und Sozialsystem. Diese stehen einer von vielen Frauen und Männern gewünschten partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit entgegen. Die Subventionierung des Tauscheins durch das Ehegattensplitting ist völlig überholt. Stattdessen soll der Staat das Aufwachsen von Kindern fördern – deren Familien schon heute zu rund vierzig Prozent gar nicht vom Ehegattensplitting profitieren, weil die Eltern bspw. nicht miteinander verheiratet oder getrennt sind oder weil die Kinder in Regenbogen- oder Patchworkfamilien aufwachsen. Deshalb ist es gerecht und kommt den Wünschen vieler Familien entgegen, die Mehreinnahmen aus dem Abschmelzen des Ehegatten-Splittings in den Ausbau der Kitas und den Aufbau einer Kindergrundsicherung zu investieren.

22Mrz

Rückkehrrecht auf Vollzeit

In den letzten Wochen haben sowohl Ministerin Schröder wie auch Ministerin von der Leyen den Rechtsanspruch auf eine Rückkehr auf eine Vollzeitstelle gefordert. Die Ministerinnen verweisen richtigerweise darauf, dass ein solcher Rechtsanspruch eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit sei. Aber: Von Ankündigungen haben die Familien nichts. Deshalb wollten wir Butter bei die Fische! Mit unserem Antrag zum Rückkehrrecht auf Vollzeit haben wir die Bundesregierung aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen – den Ministerin von der Leyen nach eigener Aussage sogar schon in der Schublade hat. Allerdings, die Regierungskoalition haben sogar unseren Wunsch nach sofortiger Abstimmung mit ihrer Mehrheit abgelehnt. Damit ist klar, dass es sich bei den Ankündigungen von Schröder & Co nur um Getöse im Vorwahlkampf handelt. Aber das lassen wir nicht durchgehen. Hier kann man meine Rede zu unserem Antrag, die leider nur zu Protokoll ging, nachlesen. Hier geht es zur Berichterstattung in der BILD zum Antrag und hier zu meiner Pressemitteilung.

28Feb

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück: Neuregelungen beim Unterhaltsvorschuss

Der Bundestag hat heute seine Beratungen zum (Achtung: der Name ist echt) Unterhaltsvorschussentbürokratisierungsgesetz beendet. Wir Grüne haben uns in der Schlussabstimmung enthalten, denn die Neuregelung bringt nichts und schadet nicht viel – zum Glück muss man sagen, den erhebliche Verschlechterungen mit Blick auf die materielle Situation von Alleinerziehenden und ihren Kindern wurden durch die Regierungsfraktionen dadurch verhindert, dass sie mit einem Änderungsantrag wesentliche Teile ihres eigenen ursprünglichen Gesetzentwurfs wieder rückgängig machten – mehr zu diesen Verirrungen der schwarz-gelben Koalition und zu grünen Vorschlägen zur tatsächlichen Verbesserung der Situation von Alleinerziehenden kann man in meiner Rede nachlesen, die leider zu Protokoll gegeben werden musste.

22Feb

Rückkehrrecht auf Vollzeit: Schröder bleibt Ankündigungsministerin

Zur Forderung von Bundesfamilienministerin Schröder, ein Rückkehrrecht auf Vollzeit für Eltern einzuführen, erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Richtige Erkenntnisse führen bei Ministerin Schröder leider weiterhin nicht zu konsequentem Handeln. Sie lässt sich von der FDP auf der Nase herumtanzen und gibt dies offen zu. Ein Rückkehrrecht auf Vollzeit ist überfällig, um die Teilzeitfalle für Mütter zu beenden. Frau Schröder hätte dieses Vorhaben längst angehen können, doch offensichtlich fehlt ihr die nötige Durchsetzungskraft. Stattdessen kokettiert sie mit der Idee, lässt sich medial feiern und verschiebt die Umsetzung auf den Sankt-Nimmerleinstag.

Derzeit arbeitet fast jede zweite berufstätige Frau in Deutschland Teilzeit, viele davon unfreiwillig. Die meisten haben ihre Arbeitsstunden reduziert, um sich um ihre Familie zu kümmern, können dann aber nicht auf eine Vollzeitstelle zurückkehren, weil Arbeitgeber sie dabei nicht unterstützen oder die Betreuungssituation für die Kinder das nicht erlaubt. Viele Väter reduzieren ihre Arbeitszeit erst gar nicht, weil der Weg zurück in die Vollzeit verbaut ist. Ein gesetzlicher Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit ist ein wichtiger Baustein für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und auch mit Blick auf eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit sinnvoll. Das ist keine neue Erkenntnis

Statt weiterer Ankündigungen und lauen Versprecherungen brauchen wie eine Bundesregierung, die die vorliegenden Konzepte für eine familiengerechte Arbeitswelt, wie sie beispielsweise im Achten Familienbericht benannt werden, energisch umzusetzen. Dazu gehören neben dem Ausbau der Kinderbetreuung und dem Rückkehrrecht auf Vollzeit auch die Weiterentwicklung des Elterngeldes und Änderungen im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Aber von tatsächlichem Handeln ist die derzeitige Familienministerin weit entfernt.

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