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20Jul

Mehr Erzieher: Umschulung allein reicht nicht aus

Anlässlich der Pläne der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, durch ein bundesweites Umschulungsprogramm mehr Männer als Erzieher zu qualifizieren, erklären Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik, und Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik:

Deutschland braucht mehr Männer für die Arbeit in KiTas. Viel zu oft fehlen Jungen und Mädchen männliche Bezugspersonen sowie positive und vielfältige Rollenvorbilder.

Der bisherige Mangel wird nicht allein durch Umschulungsprogramme behoben. Dringend nötig ist eine breitere Fachkräfte-Offensive für pädagogische Berufe. Wir brauchen endlich mehr Wertschätzung der pädagogischen Arbeit mit Kindern und bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher. Dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung, die den Erzieherberuf für Frauen und Männer attraktiver macht. Begleitend muss eine gezielte Kampagne jungen Männern vermitteln, dass es sich um eine verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe handelt. Unser Ziel ist, mehr Männer für den Beruf des Erziehers und auch des Grundschullehrers zu gewinnen.

Ein paar zusätzliche männliche Erzieher lösen das Problem des Fachkräftemangels in der Kinderbetreuung nicht. Ab 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre unter dreijährigen Kinder. Bis dahin fehlen – laut Angabe der Bundesregierung – noch 40.000 Vollzeitstellen in Tageseinrichtungen und 25.000 in der Tagespflege. Das geplante bundesweite Umschulungsprogramm kann diese Lücke sicher nicht schließen.

19Jul

Zynische Vorschläge beim Elterngeld

Nachdem Familienministerin Schröder mit ihren unsozialen Elterngeldkürzungen bei Hartz-IV-EmpfängerInnen heftig in der Kritik stand, schlägt sie nun vor, für Geringverdienern und Mini-Jobbern das Elterngeld zu kürzen.

Wer wegen seines geringen Verdienstes zusätzlich vom Staat Hartz-IV-Leistungen erhalte und so sein Einkommen aufstocke, wird somit um bis zu 300 Euro weniger Elterngeld bekommen. EmpfängerInnen des Kinderzuschlags müssen mit bis zu 140 Euro monatlich weniger rechnen, weil das Elterngeld künftig in vollem Umfang als Einkommen bei der Berechnung des Zuschlags gilt.

Damit höhlt Ministerin Schröder in unverantwortlicher Weise das Elterngeld als familienpolitischer Leistung aus und macht Politik gegen ärmere Familien. Eltern, die arbeiten, aber nicht genug verdienen und aus diesem Grunde Kinderzuschlag bekommen, werden bestraft. Es ist auch ein Schlag ins Gesicht der Familien, die trotz widriger Bedingungen zwei Jobs annehmen.

Deutlich zeigt sich die ideologische Motivation der Kürzungsvorschläge, denn die Behauptung der Bundesregierung, die Kürzungen des Elterngeldes sollten den Arbeitsanreiz verstärken, sind somit nicht haltbar und zynisch. Schröder macht mit diesem Vorschlag deutlich, dass ihr Kinder in diesen Familien weniger willkommen sind.

Besonders absurd ist der Vorschlag, wenn man sich die Modalität für den Elterngeldbezug für Hausfrauen ansieht: Auch sie bekommen nach der alten Regelung ohne vorherige Erwerbstätigkeit den Sockelbetrag von 300 Euro monatlich. Im Unterschied zu den Hartz-IV-EmpfängerInnen bleiben sie jedoch von den Sparmaßnahmen ausgenommen. Auch wenn eine Frau nie erwerbstätig war und der Ehemann aufgrund eines sehr guten Einkommens die komplette Versorgung übernimmt, wird weiter Elterngeld gezahlt!

Ein sehr guter Kommentar zu Schröders Vorschlag findet sich hier.

12Jul

Koalitionsvertag unterzeichnet

Sylvia Löhrmann und Hannelore Kraft haben heute gemeinsam mit den Mitgliedern der Verhandlungskommissionen von Grünen und SPD im Düsseldorfer Kunstmuseum den Koalitionsvertrag  “Zusammen für NRW” unterzeichnet. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Minderheitsregierung in NRW und damit zu einem sozial-ökologischen Wechsel in unserem Bundesland ist erfolgt. Übermorgen steht dann im Landtag die Wahl der Ministerpräsidentin auf dem Programm.

Die Unterschriften unter dem Koa-Vertrag

08Jul

Kein Herz für Arbeitnehmer: Linkspartei beantragt wieder einmal Berlinumzug

Zum erneuten Antrag der Linkspartei-Fraktion im Deutschen Bundestag auf Umzug aller Ministeriumsarbeitsplätze von Bonn nach Berlin (Drucksache 17/2419) erklären die Abgeordneten der Region Bonn/Rhein-Sieg Katja Dörner, Ulrich Kelber und Elisabeth Winkelmeier-Becker:

Rechtzeitig zum politischen Sommerloch hat die Linkspartei ihren Berlinumzugs-Antrag erneut ausgegraben und eingebracht. Zuverlässig wie das Monster von Loch Ness hofft die Linkspartei auf ein paar Schlagzeilen in einer erwartet nachrichtenarmen Zeit.

Es ist erstaunlich, dass die Linkspartei, die für sich in Anspruch nimmt, eine sozial orientierte Partei zu sein, das Schicksal der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Familien nicht mit einem Wort erwähnt. Neben aktuell 8.471 bei den Bundesministerien in Bonn beschäftigten Menschen (und nicht 9.037, wie die Linkspartei aus veralteten Quellen zitiert) wäre sicherlich noch einmal die gleiche Anzahl in Verbänden, bei Dienstleitern und sonstigen Unternehmen von einem Berlinumzug massiv betroffen. In den Ministerien arbeiten über 3.200 Menschen dabei im einfachen und mittleren Dienst bei geringen Bezügen, die sich in der Lebensplanung auf die politischen Zusagen von 1994 verlassen haben. Über die bei einem Zwangsumzug entstehenden sozialen Verwerfungen geht die Linkspartei kaltschnäuzig hinweg.

Mit keinem Wort erwähnt die Linkspartei die Kosten für einen Umzug, die sicherlich bei einigen Milliarden Euro liegen dürften und wegen der grundgesetzlichen Schuldenbremse bei anderen politischen Projekten eingespart werden müssten, z.B. im Bildungsbereich oder der Förderung Erneuerbarer Energien, die zu den wenigen nicht gesetzlich festgelegten Leistungen des Bundes gehören. Erwähnt wird auch nicht, dass die Ausgaben für die Aufgabenteilung dagegen bei noch nicht einmal zehn Millionen Euro pro Jahr liegen. Zur politischen Fehleinschätzung des Antrags sind jetzt auch noch schlampige Überarbeitungsfehler gekommen, so werden nicht mehr existente Behörden wie das Bundeszentralregister erwähnt, dass längst im Bundesamt für Justiz aufgegangen ist.

Gerade zu schwärmerisch lobt die Linkspartei in ihrem Antrag die Arbeit der Vereinten Nationen in Bonn. Kein Wort verliert sie dazu, dass ein Ansiedlungsgrund für die UN die Zusage Deutschlands war, dauerhaft politische Ansprechpartner der verschiedenen Fachbereiche in Bonn zu belassen . Wort halten? Wohl nicht mit der Linkspartei!

Bleibt das abschließende Unverständnis, dass die Linkspartei noch nicht einmal prüfen will, welche Bereiche in den umzuziehenden Ministerien verbleiben müssten und welche in ein Bundesamt ausgegliedert werden und in Bonn verbleiben können. Nein: Stelle für Stelle, Mensch für Mensch soll zum Umzug gezwungen werden. Wie beim Monster von Loch Ness wird am Ende des Sommerlochs vom Antrag der Linkspartei nichts übrig bleiben. Er wird im Deutschen Bundestag auf breite Ablehnung stoßen, ohne Wirkung zu hinterlassen.

01Jul

Alleinerziehende nicht allein lassen

Eine wesentliche Facette der Armut in Deutschland heißt “alleinerziehend”. Wer in Deutschland Kinder allein groß zieht, ist deutlich benachteiligt: Alleinerziehende sind häufiger von Armut betroffen, haben oft unsichere Beschäftigungsverhältnisse, Wohnungs- und Zeitprobleme und sind häufiger krank. Und anders als Paare mit Kindern, können sie die Verantwortung für Erziehung, die Haushaltsführung und eben auch das Geldverdienen nicht mit einem anderen Erwachsen teilen.

Ich fordere daher in einem Antrag eine deutlich bessere Unterstützung für Alleinerziehende!

Nach vollmundigen Ankündigungen der Bundesregierung Alleinerziehende gerade bei der Arbeitsvermittlung besser betreuen zu wollen und auch für die notwendige Kinderbetreuung zu sorgen, ist nicht viel passiert. Wir Grünen fordern, hier den Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen.

Ein Ausbau institutioneller, sozialer und finanzieller Hilfe ist dringend notwendig.

Alleinerziehende brauchen auf sie zugeschnittene Unterstützungsangebote, gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten und flexible Beschäftigungsverhältnisse. Allen voran fordern wir einen Rechtsanspruch auf einen hochwertigen, ganztätigen Kinderbetreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung geht immer noch zu langsam voran und Ganztagsplätze in Kitas und Schulen sind bisher vielerorts noch Mangelware. Auch die Betreuung der Kinder während einer Krankheit oder bei beruflicher Abwesenheit des betreuenden Elternteils ist nur selten qualifiziert und wohnortnah sichergestellt. Hier wollen wir mehr Unterstützungsangebote für Alleinerziehende im sozialen Nahraum etablieren

Auch die staatlichen Fürsorgeleistungen müssen so reformiert werden, dass sie Armut in Einelternfamilien und bei Kindern wirksam verhindern. Wir setzen uns deshalb für die Einführung bedarfsgerechter eigener Kinderregelsätze im SGB II und die Einführung einer existenzsichernden Kindergrundsicherung ein.

Insbesondere am Arbeitsmarkt sind Alleinerziehende aufgrund ihrer Lebenssituation benachteiligt, ein Großteil ist arbeitslos, geringfügig beschäftigt oder  in prekären Beschäftigungsverhältnissen und bekommt Grundsicherungsleistungen. Alleinerziehende brauchen daher ein passgenaues und individuelles Fallmanagement, das die besonderen Belange und Lagen von Frauen und insbesondere von Alleinerziehenden berücksichtigt. Zudem wollen wir durch flächendeckende Mindestlöhne die weitere Ausbreitung des Niedriglohnsektors und von Lohnarmut verhindern.

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