Schlechte Nachrichten für den Petersberg bringen die regionalen Abgeordneten Ulrich Kelber (SPD), Katja Dörner (Grüne), Paul Schäfer (Linke) und Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) aus Berlin mit. Das Bundesfinanzministerium hält trotz massiven Widerstands der Region am Verkauf des Petersberg fest.
Nachdem bekannt wurde, dass die Bundesregierung erneut plant, das frühere Bundesgästehaus auf dem Petersberg zu veräußern, wandten sich die Abgeordneten an den Bundesfinanzminister und forderten den sofortigen Stopp der Privatisierung.
Kelber und Dörner bezweifeln, dass ein privater Investor die nationale und historische Bedeutung im allgemeinen Hotelbetrieb überhaupt würdigen kann. „Ein privater Betreiber kann keine Rücksicht darauf nehmen und nimmt jede Veranstaltung an,“ so Dörner, die auch daran erinnert, dass die Innenausstattung des Petersbergs bei einem Verkauf verloren ginge. Denn die Innenausstattung besteht aus Leihgaben der Länder, die beim Ausscheiden des Petersbergs aus dem Bundesbesitz wieder zurückgegeben werden müssten. „Damit wird 60 Jahre deutsche Geschichte einfach in alle Winde zerstreut“, ist Kelber schockiert.
„Ein Verkauf rechnet sich unterm Strich nicht“, ist Schäfer überzeugt. Denn das Hotel erwirtschafte Gewinne, wodurch die laufenden Betriebskosten gedeckt seien. Nur für die großen Investitionen müsste jährlich Geld zurückgelegt werden. „Der Petersberg ist ein idealer Konferenzstandort. Durch die Lage und dem damit verbundenen minimalen Polizeiaufwand gibt es keinen Konferenzort in Deutschland, der sich billiger abschirmen lässt und die Wohnbevölkerung so wenig belastet“, ergänzt Winkelmeier-Becker.
Was die Zukunftsperspektive angeht, so sind sich die vier Abgeordneten einig, dass sich neben dem Hotel auch andere Nutzungen finden ließe, die den historischen Wert des Gebäudes unterstreichen. So wäre eine Besuchs- und Ausbildungsstätte für die vielen Gäste der deutschen Organisationen der internationalen Zusammenarbeit denkbar.