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Haushalt

 

 

14Mrz

Unsinniges Betreuungsgeld reißt Löcher in alle Etats

Zur fehlenden Gegenfinanzierung des Betreuungsgeldes im Eckwertebeschluss der Bundesregierung für den Haushalt 2014 erklären Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik, und Sven-Christian Kindler, Haushaltsberichterstatter für den Familienetat:

Mit dem Eckwertebeschluss wird deutlich, dass für das unsinnige Betreuungsgeld alle Etats bluten müssen. Denn für die Ausgaben des Betreuungsgeldes hatte die Bundesregierung keine Finanzierungsvorschläge, sondern nimmt alle Ressorts durch pauschale Kürzungen in Sippenhaft. Die Entwicklungszusammenarbeit muss 2014 um knapp 30 Mio. Euro gekürzt werden, die Bildungsprogramme um gut 50 Mio. Euro und der Verkehrsetat sogar um 100 Mio. Euro. Das ist unverantwortlich und das Gegenteil einer soliden Haushaltspolitik.

Vor diesem Hintergrund ist es noch entscheidender, alle Möglichkeiten zu nutzen, diese unsinnige Leistung schnellstens zu stoppen. Wir werden das Betreuungsgeld nach der Bundestagswahl umgehend wieder abschaffen. Stattdessen werden wir in Kitas investieren und nach der Bundestagswahl mit einem Sofortprogramm auf den Mangel an Plätzen für unter Dreijährige reagieren.

Das Betreuungsgeld ist eine Fernhalteprämie, die sowohl Kinder aus frühkindlichen Bildungseinrichtungen, als auch Frauen vom Arbeitsmarkt fernhält. Das ist und bleibt absurd.

13Mrz

Eckwertebeschluss läutet Schäubles Abschied ein

Der Eckwertebeschluss der Bundesregierung zum Haushalt 2014 ist Augenwischerei. Die Bundesregierung rühmt sich im Wahlkampfjahr, einen angeblich ausgeglichenen Haushaltsentwurf auf den Weg zu bringen. Neben Taschenspielertricks, der Plünderung der Sozialversicherungen und der Mitnahme von Konjunktureffekten leistet die Bundesregierung aber leider keine eigenen Konsolidierungsbeiträge. Wieder einmal wird in unverschämter Weise in die Taschen der Beitragszahlenden gegriffen. Während die FDP von Steuersenkungen spricht, lässt FDP-Minister Bahr die Krankenversicherten bluten. Schwarz-Gelb zweckentfremdet 3,5 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds, um die notwendigen Sparbemühungen im Wahljahr zu umgehen. Das ist eine Belastung der Bürgerinnen und Bürger durch die Hintertür, bei der auch nur der beitragszahlende Teil der Bevölkerung für die unsoziale Haushaltspolitik der Merkel-Regierung herangezogen wird. Allein für die Jahre 2013 und 2014 summiert sich die Belastung der Beitragszahlenden auf insgesamt rund 10 Mrd. Euro.

Neben dem Kahlschlag beim Gesundheitsfonds sollen sich die Ausgaben vor allem durch fromme Wünsche verringern: Um vier Milliarden Euro sollen die Zinsausgaben sinken. 900 Mio. Euro zieht der Finanzminister pauschal von den Ausgaben ab, ohne konkrete Einsparmaßnahmen zu präsentieren (Globale Minderausgabe). Damit ist er mit dem Vorhaben gescheitert, die Ministerien zum Sparen zu bringen. Für das Betreuungsgeld müssen alle Ministerien durch pauschale Kürzungen bluten, ebenfalls ohne konkrete Gegenfinanzierungsvorschläge. Die Einnahmen aus dem Bundesbankgewinn sollen auf zwei Milliarden Euro steigen, dreieinhalb mal so viel wie in den beiden Vorjahren. Dieser Etatentwurf kann nur aufgehen, wenn die Konjunktur boomt und die Euro-Krise nächstes Jahr plötzlich gelöst sein sollte. Wahrscheinlicher ist, dass das Zahlenwerk dem nächsten Finanzminister nach der Wahl auf die Füße fällt. Offenbar glaubt auch Wolfgang Schäuble nicht mehr, dass er das sein wird.

Die Bundesregierung verspielt mit dem Eckwertebeschluss die Chance, die Neuverschuldung in Zeiten historisch guter Rahmenbedingungen dauerhaft und strukturell zu senken. Die geplante Absenkung der Neuverschuldung auf 6,4 Mrd. Euro verdanken wir keinen schwarzgelben Anstrengungen, sondern konjunkturell bedingt hohen Steuereinnahmen, niedrigen Zinskosten aufgrund der Eurokrise und einem stabilen Arbeitsmarkt. Die Regierung Merkel ignoriert Konzepte wie die Vermögensabgabe, mit der tatsächlich die Staatsverschuldung reduziert werden könnte. Auch beim Subventionsabbau tut sich nichts, ökologisch schädliche Subventionen wie das Dienstwagenprivileg oder Ausnahmen bei der Ökosteuer werden nicht abgebaut.

Energiewende gefährdet

Wo die mangelhafte Planung der Bundesregierung hinführt, zeigt sich derzeit beim Energie- und Klimafonds, der durch massive Mindereinnahmen die Finanzierung der Energiewende gefährdet. So stehen den geplanten Ausgaben in Höhe von 2,4 Mrd. Euro (2014) Einnahmen durch den Erlös bei den Emissionszertifikaten von gerade einmal 900 Mio. Euro gegenüber. Wie diese Finanzierungslücke geschlossen werden kann, beantwortet die Merkel-Regierung nicht. Damit fährt Schwarz-Gelb die Finanzierung der Energiewende mit voller Absicht gegen die Wand. Dazu gibt es nur eine Alternative: Die Finanzierung der Programme für Energiewende und Klimaschutz aus dem ordentlichen Haushalt, solide gegenfinanziert über den Abbau von ökologisch schädlichen Subventionen.

Die wichtigen Entwicklungen in Einzeletats:

Epl. 11 – BMAS Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kürzt den Zuschuss zur Rentenversicherung wie im vergangenen Jahr beschlossen um 1,25 Mrd. Euro. Die Bundesregierung kompensiert ihren mangelnden Sparwillen also auch hier durch verdeckte Belastungen der Beitragszahlenden. Von der Leyens Lebensleistungsrente, die aus Steuermitteln finanziert werden soll, ist in den Eckwerten finanziell nicht unterlegt. Der konjunkturanfällige Etat des BMAS birgt mit die höchsten Risiken im gesamten Bundeshaushalt, weil die Bundesregierung sowohl die Arbeitsmarktzahlen, als auch die Konjunkturprognosen extrem positiv geschätzt hat. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation wird sofort zu riesigen Haushaltslöchern führen und auch bei der Bundesagentur für Arbeit ein erhebliches Defizit verursachen.

Epl. 14 – BMVg Der Eckwertebeschluss liefert erneut keine Antwort auf die Frage, wo die Bundesregierung die versprochenen Einsparungen im Verteidigungshaushalt erwirtschaftet. Die Ausgaben für die Bundeswehr verweilen auf einem hohen Niveau bei etwa 33 Mrd. Euro. Dies ist eine klare Abweichung von den schwarz-gelben Sparversprechen, nach dem für 2014 nur 27,6 Mrd. Euro vorgesehen waren – eine Differenz von 5,4 Mrd. Euro! Das Sparziel war bloße Rhetorik, eine Absicht es jemals umzusetzen, besaß diese Regierung scheinbar zu keinem Zeitpunkt.

Epl. 15 – BMG Für 2013 war eine einmalige Absenkung des Bundesanteils zum Gesundheitsfonds um 2 Mrd. Euro vorgesehen. Diese wurde im Verlauf des Haushaltsverfahrens sogar nochmal um 0,5 Mrd. Euro erhöht. Im Haushaltsjahr 2014 will Minister Schäuble noch tiefer in die Taschen der BeitragszahlerInnen greifen und die Bundeszuschüsse um weitere 3,5 Mrd. Euro kürzen. Somit sollen die BeitragszahlerInnen einen Beitrag von 6 Mrd. Euro zur Haushaltskonsolidierung erbringen. Es ist nicht weiter akzeptabel, dass der Bundeshaushalt durch Eingriffe in die Sozialkassen konsolidiert wird.

Epl. 23 – BMZ Die Entwicklungszusammenarbeit wird erneut geschröpft. Das BMZ muss 2014 nicht nur über 28 Mio. Euro zum Betreuungsgeld beitragen, sondern erhält auch 14,5 Mio. Euro weniger als bisher. Zudem werden Aufgaben mit einem Volumen von 231 Mio. Euro aus dem Energie- und Klimafonds in den Haushalt des BMZ verschoben, ohne dass der Etat entsprechend steigen würde. Die reale Mittelkürzung gegenüber dem Vorjahr beträgt also 245 Mio. Euro. Die Bundesregierung betoniert damit ihren im vergangenen Jahr begonnenen Abschied von der Einhaltung der ODA-Quote und weiterer internationaler Zusagen.

21Nov

Wenn die FDP auf sozial macht, müssen alle Alarmsirenen angehen

Gestern Abend habe ich auch zum Etat des Gesundheitsministeriums gesprochen. In meiner Rede habe ich die Unterschiede in den Finanzierungskonzepten für unser Gesundheitssystem, die zwischen Schwarz- Gelb und den Grünen bestehen, beleuchtet: Bei Union und FDP Entsolidarisierung und Kopfpauschale, bei uns gerechter Zugang für alle durch die Bürgerversicherung. Und dass der “Pflege-Bahr” nur ein Bonbon für die Versicherungswirtschaft darstellt, habe ich natürlich auch nicht verschwiegen.

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20Nov

Friedrichs “Asylmissbrauchs-Rhetorik” schürt Ressentiments gegen Ausländer

In meiner Rede zur abschließenden Beratung des Etats des Bundesinnenministeriums bin ich auf die Vorwürfe von Innenminister Friedrich an die Adresse von Asylsuchenden aus Mazedonien und Serbien, diese seien nur Wirtschaftsflüchtlinge und betrieben Asylmißbrauch, eingegangen. Eine solche Rhetorik ist unwürdig und schürt ausländerfeindliche Ressentiments in unserer Gesellschaft. Statt Menschen, die bei uns Schutz suchen, zu diffamieren, wäre es richtig, mehr in Integration zu investieren. Doch das geschieht unter Schwarz-Gelb gerade nicht, statt dessen, wurden die Mittel für die Integrationskurse für 2013 gekürzt. Meine komplette Rede zum Anschauen:

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19Nov

Sportförderung ist kein Selbstbedienungsladen des Spitzensports

Zum Abschluss der parlamentarischen Haushaltsberatungen zur Sportförderung 2013 erklären Viola von Cramon, Sprecherin für Sportpolitik, und Katja Dörner, Berichterstatterin für den Einzelplan des Bundesinnenministeriums:

In den Schlussberatungen des Haushaltsausschusses haben Union und FDP ein unkontrolliertes Finale zugelassen. Die Sportförderung für 2013 wurde auf der Zielgeraden in Bereichen angehoben, wo es weder sportfachlich notwendig noch sportpolitisch gerechtfertigt ist.

Die Anhebungen um jeweils eine Million Euro bei Lehrgängen im Bereich des Spitzensports und bei der Finanzierung der Olympiastützpunkte sind unverhältnismäßig. In einem nacholympischen Jahr ist es sportfachlich nicht nachvollziehbar, wenn Lehrgänge für die Spitzenkaderathletinnen und -athleten auf ein Rekordhoch steigen.

Statt die nacholympische Saison zur Aktivierung von Synergieeffekten bei den 19 Olympiastützpunkten zu nutzen, wird überraschend um eine Million Euro draufgesattelt. Zugleich wird dort eine Million Euro eingespart, wo die Förderung dringend gebraucht wird: Bei der Finanzierung von qualifizierten Trainerinnen und Trainern.

Offenbar haben in der staatlichen Sportförderung weiter diejenigen Funktionäre erheblichen Einfluss, die seit 2008 schon ein völlig unrealistisches Medaillenziel von 86 Medaillen für Olympia 2012 in London verabredet haben. Die Spitzensportförderung aus Steuergeldern droht zu einer intransparenten Absprache einiger Sportfunktionäre mit dem Bundesinnenminister zu werden.

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