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Presse

 

 

31Jan

Sorgerecht: Grüne stimmen vernünftigem Kompromiss zu

Anlässlich der Verabschiedung des Gesetzentwurfs zur Reform der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern erklären Ingrid Hönlinger, Obfrau im Rechtsausschuss und Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

„Das von der Bundesregierung vorgeschlagene Verfahren beim Sorgerecht nicht miteinander verheirateter Eltern stellt einen vernünftigen Kompromiss dar. Die Interessen und Rechte der Kinder wie die der Mütter und Väter werden in einen guten Ausgleich gebracht. Deshalb stimmen wir dem Gesetzentwurf zu. Nicht nachvollziehbar ist, dass erst gut drei Jahre nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und zwei Jahre nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts diese längst überfällige Regelung auf den Weg gebracht wird.

Bereits im Oktober 2010  hat die grüne Bundestagsfraktion konkrete Vorschläge gemacht und im Bundestag zur Debatte gestellt, (BT-Drs. 17/3219) wie sie nun weitgehend mit dem Gesetzentwurf aufgegriffen wurden. Es ist richtig, dass ein Vater, der die Vaterschaft für sein Kind anerkannt hat, nun das gemeinsame Sorgerecht beantragen kann und in einem niedrigschwelligen Verfahren gemeinsam mit der Mutter das Sorgerecht erhält, wenn dies dem Kindeswohl nicht widerspricht.

Dennoch gibt es Aspekte, die im Rahmen der Evaluierung der Umsetzung des Gesetzes besondere Beachtung finden sollten: Es bleibt fraglich, ob ein Antrag beim Familiengericht statt beim Jugendamt eine zu hohe Hürde darstellt. Ebenso ist zu fragen, ob die relativ kurze Widerspruchsfrist der Mutter nach der Geburt des Kindes ihre besonders schutzbedürftige Situation angemessen berücksichtigt und inwiefern Beratungs-, Mediations- und Unterstützungsangebote stärker einbezogen werden könnten. Die Bundesregierung bleibt in der Verantwortung, die Wirkung der neuen Regelung kritisch zu begleiten.“

30Jan

BMZ hält Zusagen in Sachen GIZ nach wie vor nicht ein

Im Rahmen der Fusion der Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit GTZ, InWent und DED zur heutigen GIZ haben das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und das Land Nordrhein-Westfalen vor gut zwei Jahren eine Vereinbarung getroffen, die die Stärkung des Standortes Bonn als internationales Zentrum sichern soll. Punkt vier der Vereinbarung lautet: “Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ, die am Standort Bonn beschäftigt sein werden, wird mindestens so hoch sein wie die Zahl derjenigen Mitarbeiter, die im Jahr 2010 bei InWEnt, DED und GTZ in Bonn beschäftigt waren.“

„Die Fakten sprechen leider eine andere Sprache,“ moniert Ulrich Kelber (SPD), „zum Zeitpunkt der Fusion 2010 hatten GTZ, InWent und DED 845 Beschäftigte in Bonn, heute hat die GIZ 754 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bonn. Das sind nach meiner Rechnung 91 Beschäftigte weniger.“

„Aber damit sind die Rechenkünste des BMZ noch lange nicht am Ende,“ kritisiert auch Katja Dörner (Grüne). „Die Versetzung von 33 Beschäftigten der GIZ in das BMZ werden jetzt ebenso der GIZ zugerechnet, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu ‚Engagement Global‘ gewechselt sind, obwohl diese Gesellschaft in der Vereinbarung mit NRW ausdrücklich zusätzlich an den Standort Bonn kommen sollte.“

„Es hat bei Schwarz-Gelb offensichtlich Methode,“ stellen die beiden Bonner Abgeordneten fest, „schriftlich verweist man darauf, dass die Gesetze und Vereinbarungen zum Standort Bonn eingehalten werden, in der Realität verliert Bonn in Richtung Berlin und Eschborn. Die Zusagen dieser Bundesregierung sind wenig wert, weil sie in der Realität nicht eingehalten werden.“

Zum Datenhintergrund (jeweils nach Auskunft der Bundesregierung):

GIZ-Mitarbeiter               in Bonn                in Eschborn        in Berlin

01.01.2011                          845                        1715                      319
01.07.2012                          766                        1792                      353
01.01.2013                          754                        1843                      374

28Jan

Unterhaltsvorschuss: Verschlechterung für Alleinerziehende vermeiden

Anlässlich der öffentlichen Anhörung im Familienausschuss des Deutschen Bundestages zu Entbürokratisierung des Unterhaltsvorschusses erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

“Union und FDP lassen weiterhin jedes Engagement für Alleinerziehende vermissen. Trotz großer Ankündigungen im Koalitionsvertrag, Verbesserungen beim Unterhaltsvorschuss vorzunehmen, sind mit dem Entbürokratisierungsgesetz nun sogar Verschlechterungen für Alleinerziehende zu erwarten. Besonders kritisch muss der Verbrauch der Bezugsdauer bewertet werden, wenn Gelder zwischenzeitlich zurückgezahlt wurden. Die ursprünglich geplanten Verbesserungen – wie die Ausweitung der Altersgrenze – liegen dagegen auf Eis. Das ist bitter.

Vertan hat die schwarz-gelbe Koalition auch die Chance, die Familienleistungen insgesamt neu auszurichten. Es ist zentral, die Unterstützung Alleinerziehender in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen und die Familienförderung am Kind auszurichten. Wir brauchen eine Kindergrundsicherung, die Kinder direkt fördert und Armut vermeidet.”

27Jan

Bonn-Berlin: Personalräte reagieren auf andauernden Rechtsbruch

Die Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) und Katja Dörner (Grüne) schätzen das angeblich von einem Ministeriums-Personalrat stammende Papier zur Organisation des Ende des Berlin/Bonn-Gesetzes als “lautes Warnsignal” für die Region Bonn/Rhein-Sieg ein. “Einige Personalräte hatten in Gesprächen mit uns schon vor einiger Zeit angekündigt, angesichts des andauernden Rechtsbruchs der Regierung Merkel und des damit verbundenen Abzugs von Arbeitsplätzen nach Berlin gegebenenfalls von einer Verteidigung des Berlin/Bonn-Gesetzes zum Einsatz für die derzeitigen Stelleninhaber umschwenken zu müssen. Schon vor einigen Monaten hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, um Positionen der Personalräte vorzubereiten, wenn die Regierung auch offiziell das Ende des Gesetzes erklärt. Die Region würde dann wichtige Verbündete im Kampf für den Erhalt von Arbeitsplätzen verlieren”, berichten Dörner und Kelber.

Um die derzeitige Abwanderung von Arbeitsplätzen von Bonn nach Berlin zu stoppen, schlägt das geheimnisvolle Papier vor, in Bonn neue Oberbehörden und Dienstleistungszentren zu schaffen. “Wir erkennen an, dass damit im Gegensatz zur heutigen Regierungspraxis Arbeitsplätze endgültig in Bonn gesichert werden sollen, warnen aber vor der gewählten Vorgehensweise. Wenn wir zuerst den gesetzlichen Anspruch aus dem Berlin/Bonn-Gesetz aufgeben, sind wir in den Verhandlungen danach quasi auf Almosen angewiesen. Und wenn in Bonn nur ‘verwaltende’ Tätigkeiten verbleiben sollten, würden viele für das Profil der Stadt und damit für Jobs in anderen Organisationen wichtige Funktionen ganz nach Berlin entschwinden. Folge wäre ein anhaltendes Minus bei den Arbeitsplätzen und insbesondere auch ein deutlicher Verlust der Attraktivität Bonns als Standort internationaler Organisationen”, meinen Kelber und Dörner.

 Die beiden Abgeordneten fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, nicht länger parallel zum theoretischen Bekenntnis pro Berlin/Bonn-Gesetz dieses durch den laufenden Abzug von Jobs zu unterlaufen: “Stattdessen erwarten wir ein konkretes Gespräch über die Zukunft der Bundesstadt Bonn zwischen Bundesregierung, den Ländern NRW und Rheinland-Pfalz sowie der Stadt Bonn und den beiden umgebenden Landkreisen! Aussitzen gilt nicht, Frau Bundeskanzlerin”

 

22Jan

Alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Betreuungsgeld zu verhindern

Zur Ankündigung von Sigmar Gabriel, das Betreuungsgeld über den Bundesrat stoppen zu wollen, erklären Irene Alt, Familienministerin in Rheinland Pfalz, und Katja Dörner, Sprecherin für Kinder-  und Familienpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen:

“Es ist notwendig, alle Möglichkeiten zu nutzen, diese unsinnige Maßnahme zu stoppen. Mit der neuen rot-grünen Mehrheit in der Länderkammer besteht nun die Chance, den Bundestag zu zwingen sich mit dem Betreuungsgeld erneut auseinanderzusetzen. Ziel muss sein, das Inkrafttreten des Betreuungsgeldes im August 2013 zu verhindern. Eine Initiative des Bundesrates in diese Richtung ist daher ein begrüßenswerter und folgerichtiger Schritt.

Erfahrungen mit dem Betreuungsgeld in Skandinavien aber auch in Thüringen zeigen deutlich, dass das Betreuungsgeld eine bildungs- und geschlechterpolitische Katastrophe ist. Es läuft zudem einer modernen Familienpolitik zuwider und zementiert überholte Rollenbilder von Männern und Frauen. Die für das Betreuungsgeld eingeplanten Milliarden gehören besser in den Ausbau von Kitaplätzen investiert. Erst wenn genügend Plätze in hoher Qualität vorhanden sind, besteht echte Wahlfreiheit für Eltern in der Frage, ob ihre Kinder zuhause oder in der Kita betreut werden.”

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