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Bonn-Berlin-Gesetz
09Mai

Teilungskosten sinken – Bundesregierung muss sich an Berlin-Bonn-Gesetz halten

Anlässlich der Veröffentlichung des „Teilungskostenberichts“ für das Jahr 2010, der dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages vorgelegt wurde, erklären die Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner, Ulrich Kelber und Paul Schäfer:

„Die teilungsbedingten Ausgaben der Bundesministerien werden 2011 weiter sinken und damit die Prognose des Bundesrechnungshofes unterbieten. Nach Angaben der Bundesregierung werden sich die Gesamtausgaben im Jahr 2011 auf rund 9,16 Millionen Euro belaufen. Mit dieser Summe könnte die Bundesrepublik nicht einmal ansatzweise die Zinsen zahlen, die ein kreditfinanzierter Totalumzug verursachen würde. Die Arbeitsteilung erspart den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern damit immense Kosten.

Insbesondere die teilungsbedingten Dienstreisen verursachen geringere Ausgaben als im Vorjahr – prognostiziert ist eine Einsparung von 900.000 Euro. Die deutliche Reduzierung der Dienstreisen um fast 3.000 zeigt, dass die Bundesministerien und nachgeordneten Behörden weiterhin erfolgreich versuchen, die Dienstreisen auf ein nötiges Mindestmaß zu reduzieren. Auch die organisatorischen Umstrukturierungen der letzten Jahre zeigen jetzt deutlich Wirkung.

Äußerst problematisch aber ist, dass die Vorgaben des Berlin-Bonn-Gesetzes, wonach die Mehrheit der ministeriellen Arbeitsplätze in Bonn verbleiben sollten, nun deutlich nicht mehr eingehalten werden und die Tendenz weiter in Richtung Berlin weist. Hier müssen Bundeskanzlerin und Bundesregierung erklären, wie sie ihren Beschluss, dass das Berlin-Bonn-Gesetz unangetastet bleibt, in Zukunft umzusetzen gedenken. Dazu werden wir in den nächsten Tagen aktiv werden.“

25Jan

Bundeskanzlerin muss Guttenbergs Ministeriumsreform stoppen

Der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Walther Otremba plant nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” im Rahmen der Bundeswehrreform 1300 Bonner Dienststellen des Bundesverteidigungsministeriums nach Berlin zu verlegen. Von den heute rund 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden dann 1800 im Ministerium in Berlin arbeiten, die verbleibenden 1200 Stellen sollten in Bonn zu einem “Bundeswehramt” zusammengefasst, der Dienstsitz Bonn des Ministeriums aufgelöst werden.

„Dies verstößt gleich mehrfach vehement gegen das Berlin-Bonn-Gesetz und muss deshalb sofort gestoppt werden“ empören sich die regionalen Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD), Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), Katja Dörner (Grüne), und Paul Schäfer (Linkspartei).

Die Abgeordneten verwiesen darauf, dass laut Berlin-Bonn-Gesetz der größte Teil aller Ministeriumsarbeitsplätze in Bonn verbleiben sollte. „Dies ist schon heute nicht mehr der Fall,“ verweist Ulrich Kelber auf die aktuellen Zahlen, wonach in Berlin bereits jetzt rund 500 Stellen mehr angesiedelt sind als in Bonn. Nach Guttenbergs Plänen wären dann schon mehr als 60% der Jobs in Berlin. „Darüber hinaus ist das Verteidigungsministerium ein ‚Bonn-Ministerium‘, es dürften nach dem Beschluss des Bundeskabinetts also maximal 25 Prozent der Stellen in Berlin sein“, führt Katja Dörner aus.

„Seit Monaten fordern wir Abgeordneten aus der Region und die kommunalen Mandatsträger Minister Guttenberg zu Gesprächen über seine Pläne auf, bis heute verweigert er dies“ erläutert Paul Schäfer. „Guter Stil sieht anders aus.“

Besonders stoßen sich die Abgeordneten an der Tatsache, dass unter dem Deckmantel der notwendigen Bundeswehrreform das Berlin-Bonn-Gesetz ausgehebelt werden soll. „Wenn die Bundeswehr zwar verkleinert wird, aber gleichzeitig alle Stellen des Bundesverteidigungsministeriums erhalten und weitgehend nach Berlin verschoben werden sollen, ist das der durchsichtige Versuch, das Berlin-Bonn-Gesetz unter dem Deckmäntelchen der Bundeswehrreform auszuhebeln.“

„Wir fordern Minister Guttenberg auf, jetzt endlich das Gespräch mit der Region Bonn zu suchen und sich bei seinen Plänen an bestehende Gesetze zu halten.“

23Nov

Unsinnige Diskussion um Komplettumzug muss beendet werden

Anlässlich der Forderung der Linken in der heutigen Haushaltsdebatte im Bundestag, sämtliche Ministerien nach Berlin zu verlegen und damit das Bonn-Berlin-Gesetz zu beerdigen, erklären die Abgeordneten der Region Bonn/Rhein-Sieg Katja Dörner, Ulrich Kelber und Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Die unsinnige Diskussion um einen Komplettumzug muss endlich beendet werden. Die heutige Forderung macht erneut deutlich, dass die Linkspartei, die für sich in Anspruch nimmt, eine sozial orientierte Partei zu sein, das Schicksal der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Familien nicht interessiert. Neben fast 9.000 bei den Bundesministerien in Bonn beschäftigten Menschen wäre sicherlich noch einmal die gleiche Anzahl in Verbänden, bei Dienstleitern und sonstigen Unternehmen von einem Berlinumzug massiv betroffen. In den Ministerien arbeiten über 3.200 Menschen im einfachen und mittleren Dienst bei geringen Bezügen, die sich in ihrer Lebensplanung auf die politischen Zusagen von 1994 verlassen haben. Auf diese Zusage muss Verlass sein! Über die bei einem Zwangsumzug entstehenden sozialen Verwerfungen geht die Linkspartei kaltschnäuzig hinweg.

Auch das immer wieder vorgetragene Kostenargument ist widerlegt. Die Kosten für einen Umzug liegen bei einigen Milliarden Euro, die Ausgaben für die Aufgabenteilung dagegen bei noch nicht einmal zehn Millionen Euro pro Jahr.

Wir verwahren uns gegen diese neuerliche Attacke gegen das Bonn-Berlin-Gesetz und fordern die Linkspartei auf, von ihrer Forderung abzurücken. Offensichtlich ist die Linke weiterhin eine reine Ostpartei, die die Belange von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern andernorts nicht interessiert. Die Bundestagsabgeordneten der Linken sollten das Gespräch mit Betriebs- und Personalräten in Bonn und der Umgebung suchen – vielleicht würde ihnen das den Kopf bei der Frage Bonn-Berlin-Gesetz wieder gerade rücken.“

25Okt

Verteidigungsministerium: Das Gesetz gilt!

Zu den Äußerungen des Vorsitzenden der Bundeswehr-Strukturreformkommission, Frank-Jürgen Weise und des verteidigungspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ernst-Reinhard Beck, zur Zukunft des Bonner Standorts des Bundesverteidigungsministers erklären die Bundestagsabgeordneten der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahr Katja Dörner, Ulrich Kelber, Andrea Nahles und Paul Schäfer:

Der Umgang mit den Empfehlungen der Strukturkommission ist eine doppelte Glaubwürdigkeitsfrage für den Verteidigungsminister und die Bundesregierung. Das Berlin-Bonn-Gesetz schreibt eine faire Arbeitsteilung und damit den Erhalt des Ministeriumsstandorts in Bonn vor. Und sowohl der Minister als auch die Bundeskanzlerin haben im Sommer bekräftigt, sich bei der Reform der Bundeswehr an diese Zusagen zu halten.

Wir erwarten daher bis Ende des Jahres klare Festlegungen der Bundesregierung, insbesondere das von uns schon mehrfach eingeforderte Gespräch des Bundesverteidigungsministers mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern der Region. Das Berlin-Bonn-Gesetz hat sich bewährt und bedarf keiner einseitigen Verschlechterung für die rheinische Region.

Absurd wird es, wenn jetzt Politiker wie der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ernst-Reinhard Beck, ohne Kenntnisse von den Details des Vorschlags der Strukturkommission eine vollständige Verlagerung des Bundesverteidigungsministeriums nach Berlin fordern. Diesem Vorgehen werden wir uns entgegenstellen.

16Sep

Guttenberg muss Spekulationen um Umzug des Ministeriums beenden

Die Bonner Bundestagsabgeordneten Katja Dörner (Grüne), Ulrich Kelber (SPD) und Paul Schäfer (Linke) fordern Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg auf, die andauernden Spekulationen um einen vollständigen Umzug der Bundesministeriums der Verteidigung nach Berlin durch eine klare Stellungnahme zu beenden. Ein solcher Komplett-Umzug wird dem Minister von seiner Strukturkommission unter BA-Chef Weise empfohlen.

Internen Informationen zufolge hat der Minister die Führungsstäbe der Bundeswehr angewiesen, entsprechende Vorschläge auf Grundlage der Empfehlung der Strukturkommission für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche zu erarbeiten. „Das geht eindeutig gegen geltendes Recht,“ so die Abgeordneten, „wir fordern Herrn zu Guttenberg auf, sich an das Gesetz und Kabinettsbeschluss zu halten und die besagen, dass 75 Prozent der Arbeitsplätze des Verteidigungsministeriums in Bonn erhalten bleiben.“

„Der Minister sollte umgehend den Dialog mit den politischen Spitzen der Region Bonn aufnehmen,“ so Ulrich Kelber, der auf eine noch immer unbeantwortete Gesprächsanfrage der Bonner Bundestagsabgeordneten verweist. „So sehr die Berlinbefürworter auch immer wieder drängeln,“ erklärt Katja Dörner, „ein Umzug wäre nicht nur unfair den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber, sondern auch ökonomischer Unfug, weil er die Rekordverschuldung des Bundes weiter in die Höhe treiben würde.“ „Es ist eine von der Bundesregierung und vom Haushaltsausschuss festgestellte Tatsache, dass die Teilungskosten bei knapp zehn Millionen Euro jährlich liegen und damit weit günstiger sind, als neue Schulden des Bundes zur Verlegung weiterer Arbeitsplätze nach Berlin,“ so Paul Schäfer.

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