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Kinderschutz
30Apr

Sexueller Missbrauch: Unabhängige Kommission einrichten

Anlässlich des Hearings des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs erklärt Katja Dörner, kinder- und familienpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion:

Der Runde Tisch hatte den Fokus auf die Errichtung eines Hilfesystems für die Opfer sexuellen Missbrauchs. Er hat erst einen kleinen Anfang zur Aufklärung beitragen können. Zur verantwortungsbewussten Aufarbeitung muss nun eine unabhängige Kommission berufen werden. Dafür muss die Bundesregierung jetzt die Weichen stellen. Für die Opfer ist es kaum erträglich, dass die Aufarbeitung noch immer weitgehend eine Leerstelle ist. Statt sich jedoch ernsthaft mit den Taten und den Forderungen des Unabhängigen Beauftragten und der zahlreichen Betroffenen auseinanderzusetzen, fehlen die zuständigen Bundesministerinnen beim heutigen Hearing. Neben der Einrichtung einer unabhängigen Kommission ist es wesentlich, den unabhängigen Beauftragten den Aufgaben angemessen längerfristig zu berufen. Das ergänzende Hilfesystem muss bedarfsgerecht ausgestattet, die telefonische Anlaufstelle und das Online-Hilfeportal fortgeführt werden.

08Nov

Individualbeschwerde-Verfahren zur UN-Kinderrechtskonvention beschlossen

Der Bundestag erlebte heute einen seltenen Moment großer Einigkeit, denn mit den Stimmen aller Fraktionen wurde die Einführung eines Individualbeschwerdeverfahrens zur UN-Kinderrechtskonvention beschlossen. Die Möglichkeit auf Seiten der Kinder und auch ihrer Eltern, die Einhaltung der Rechte der Kinder beim UN-Ausschuss überprüfen zu lassen, ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Kinderrechte. Folgen müssen nun deutlich gesteigerte Aktivitäten der Bundesregierung, die Kinderrechte in Deutschland endlich bekannter zu machen. Dass die Bundesregierung den Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland hat sang- und klanglos auslaufen lassen, war hier ein sehr schlechtes Signal. In meiner Rede, die man hier nachlesen kann, unterstütze ich ausdrücklich den Gesetzentwurf der Bundesregierung, mache aber auch deutlich, dass Schwarz-Gelb sich vor ihren Hausaufgaben, die UN-Konvention in Deutschland endlich voll umzusetzen, weiterhin drückt.

13Apr

Bundesregierung fehlt noch immer Gesamtstrategie im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern

Zu den heute im Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkten für gesetzgeberische Maßnahmen zur Umsetzung des Grundsatzes “Löschen statt Sperren” erklären Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Netzpolitik und Katja Dörner, Sprecherin für Familienpolitik:

Wir begrüßen die heutige Entscheidung des Bundeskabinetts. Die klare Absage der Bundesregierung an Netzsperren war überfällig. Das entsprechende Gesetz, dass von der schwarz-gelben Bundesregierung zudem auf verfassungsrechtlich fragwürdige Weise für ein Jahr ausgesetzt wurde, hat sich als kontraproduktiv erwiesen. Endlich hat sich auch bei der Bundesregierung die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet konsequent gelöscht werden müssen. Nur so ist zu gewährleisten, dass sie nicht weiterhin abrufbar sind.

Leider werfen die heute vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte insgesamt mehr Fragen auf, als sie beantworten. So schweigt sich die Bundesregierung zu der nach wie vor anstehenden Evaluierung der bisherigen Löscherfolge weiterhin aus. Die Evaluierung ist aber für die weitere Effektivierung der Löschbemühungen zwingend notwendig.

Insgesamt haben sich die Aktivitäten der Bundesregierung seit Anfang der Legislaturperiode darin erschöpft, über die Sinnhaftigkeit des Placebo-Instruments Netzsperren zu diskutieren. Die Bundesregierung darf sich nicht weiter davor drücken, endlich eine dringend benötigte, mehrdimensional angelegte Gesamtstrategie zur Bekämpfung von sexuellen Missbrauch vorzulegen.

In einem Eckpunktepapier zum Thema “Bekämpfung der Verbreitung von Darstellungen sexueller Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen” haben wir konkrete Vorschläge gemacht, wie Prävention und Opferschutz gestärkt und das Löschen auch im internationalen Kontext effektiver gestaltet werden kann. Wir fordern die Bundesregierung auch weiterhin dringend dazu auf, den unter Rot-Grün auf den Weg gebrachten Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung schnellstmöglich wieder aufzulegen.

06Apr

Bundesregierung muss endlich Gesamtstrategie vorlegen

Zur Ankündigung der Bundesregierung, Internetseiten, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, nicht mehr sperren zu wollen, erklären Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Netz- und Innenpolitik, und Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Die Entscheidung der Bundesregierung war überfällig. Netzsperren sind kein probates Mittel, die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen im Internet zu unterbinden. Im Gegenteil: Netzsperren verleiten zur Untätigkeit und verdecken die Sicht auf eine dringend benötigte mehrdimensionale Gesamtstrategie für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Die Bekämpfung der Verbreitung von Darstellungen dieser Straftaten im Internet muss ein zentraler Teil dabei sein. Die jüngste Entscheidung, keine Netzsperren anwenden zu wollen, kann nur ein erster Schritt sein.

Weil sich die Aktivitäten der Bundesregierung in den vergangenen Monaten darin erschöpft haben, über die Sinnhaftigkeit von Netzsperren zu diskutieren, ist der Nachholbedarf groß. Nachdem die Bundesregierung endlich den Irrweg Netzsperren verlassen hat, muss sie endlich eine Strategie zum Schutz von Kindern und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch vorlegen, die vor allem auf Prävention setzt.

In einem Eckpunktepapier zum Thema “Bekämpfung der Verbreitung von Darstellungen sexueller Gewalt und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen” haben wir konkrete Vorschläge gemacht, wie Prävention und Opferschutz gestärkt und das Löschen auch im internationalen Kontext effektiver gestaltet werden kann. Wir fordern die Bundesregierung auch weiterhin dringend dazu auf, den unter Rot-Grün auf den Weg gebrachten Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung schnellstmöglich wieder aufzulegen.

25Okt

Gesamtstrategie gegen sexuellen Missbrauch von Kindern nötig

Zur heutigen Anhörung im Unterausschuss Neue Medien des Deutschen Bundestages zum Thema “Kampf gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet” erklären Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Netzpolitik, und Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Heute waren sich alle Sachverständigen einig: Das Sperren von Inhalten im Word Wide Web ist nicht geeignet, das Problem von Missbrauchs-Darstellungen im Internet, zu lösen. Im Gegenteil: Netzsperren sind nicht nur verfassungsrechtlich höchst umstritten, letztlich sind sie kontraproduktiv, weil sie eine effektive Strafverfolgung erschweren. Hinzu kommt, dass die betreffenden Inhalte lediglich zu einem sehr geringen Anteil überhaupt übers Word Wide Web verbreitet werden.

Statt die entsprechenden Seiten zu verstecken und sie so letztlich weiter zugänglich zu lassen, müssen sie konsequent gelöscht werden. Hierfür muss vor allem die personelle und technische Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden verbessert und die Zusammenarbeit zwischen ihnen und den Beschwerdestellen sowie den Providern national wie international vorangetrieben werden.

Anstatt weiterhin wertvolle Zeit mit Diskussionen über höchst ineffektive und letztlich kontraproduktive Instrumente zu vergeuden, muss die Bundesregierung endlich eine kohärente Gesamtstrategie gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern vorlegen. Hierzu haben wir die Bundesregierung bereits Anfang Mai in einem Antrag “Sexuellen Missbrauch effektiv bekämpfen – Keine Netzsperren in Europa” aufgefordert.

Da jeder Verbreitung der Darstellung von Kindesmissbrauch immer auch eine Straftat zu Grunde liegt, dürfen wir uns nicht bloß auf die Löschung von Seiten und eine dringend benötigte Effektivierung der Strafverfolgung beschränken. Stattdessen müssen wir alles daran setzen, Taten präventiv zu verhindern.

CDU/CSU und FDP dürfen sich nicht länger in koalitionsinternen Grabenkämpfen ergehen. Sie müssen endlich handeln und eine Gesamtstrategie, mit dem Ziel vorlegen, den sexuellen Missbrauch von Kindern mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen.

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