Direkt zum folgenden Bereich:
  1. Hauptnavigation
  2. Inhalt
  3. Themenübersicht
  4. Suche
  5. Links
  6. Adresse



Inhalt

Rechte sozialer Eltern in Patchwork- und Regenbogenfamilien stärken

Immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, in denen ein Elternteil nicht Vater oder Mutter im biologischen Sinne ist. Patchwork- und Regenbogenfamilien nehmen zu, aber unser Familienrecht bildet diese Vielfalt der Formen familiären Zusammenlebens nicht ab. Es fehlt nicht nur an einer Würdigung der Verantwortung, die soziale Eltern tatsächlich in ihren Familien übernehmen, sondern auch eine Gesetzeslage, die Alltagsprobleme in diesen Familien hilft zu beseitigen. In unserem Positionspapier „Mitverantwortung sozialer Eltern stärken“ schlagen wir ein neues familienrechtliches Institut, die elterliche Mitverantwortung, vor, um sozialen Eltern mehr Rechte einzuräumen, wenn die biologischen Eltern dem zustimmen. Die „taz“ und die „Welt“ haben breit über unseren Vorschlag berichtet (die taz auch mit einem sehr positiven Kommentar von Simone Schmollack). Im Sommer machen wir eine „rollende Anhörung“ durch die Republik mit Diskussionpanels und Gesprächen mit Familienverbänden, um unsere Vorschläge für ein modernes Familienrecht breit zu diskutieren.

Kommentare

4 Reaktionen: Kommentar schreiben ⇓

  1. Rechtsanwalt Marcus Gnau

    Sehr geehrte Frau Dörner,

    sehr verärgert habe ich den Gesetzesvorschlag der Grünen zur rechtrlichen Stärkung der Patchwork- und Regenbogenfamilien zur Kenntnis genommen. Denn man könnte annehmen, dass dieser zwar gut gemeint, aber nicht richtig durchdacht ist.
    Zum Einen ist es völlig unwahrscheinlich, dass ein nicht betreuender Elternteil – in der Regel der leibliche Vater – sein Einverständnis dazu erteilt, dass neben ihm und der Mutter deren neuer Partner das Sorgerecht über sein Kind erhält. Denn der wird in aller Regel bei Sorgerechtsstreitigkeiten dazu beitragen, dass der leibliche Vater noch schneller als bisher “entsorgt” wird, weil ja ein zweiter “Vater” das Sorgerecht hat. Zum Anderen sollte man sich einmal vor Augen führen, wie kurzlebig solche “Patchworkfamilien” heute häufig sind – und dann müssen die Kinder weitere Sorgerechtsstreitigkeiten ertragen, weil der “Zweitvater” natürlich auch wieder “entsorgt” werden muss, wenn die Patchworkfamilie zerbricht.

    Haben die Grünen sich gegebenenfalls durch entsprechende Studien einmal vergegenwärtigt, wie selbstverständlich soziale Väter, die tatsächliche Sorgeverantwortung für Kinder allein erziehender Mütter übernommen haben, nach dem Ende der Beziehung mit der Mutter quasi über Nacht deren Kinder nicht mehr sehen dürfen?
    Haben die Grünen sich gegebenenfalls durch entsprechende Studien darüber hinaus vergegenwärtigt, wie hoch die Anzahl der sozialen Väter ist, die von ihrer Partnerin im Sorge- und/oder Umgangsrechtsstreit mit dem leiblichen Vater als “Waffenbruder” herhalten müssen, um ihre eigene Beziehung nicht zu gefährden?

    Ihr Gesetzesvorschlag birgt die Gefahr der Ausweitung der gerichtlichen Kindschaftsrechtsverfahren hinsichtlich deren Anzahl sowie der Eskalation der bisherigen Verfahren durch die oben bezeichnete “Waffenbruderschaft”.

    Anstatt die meiner Meinung recht gute bisherige gesetzliche Regelung zu dieser Problematik (so genanntes “kleines Sorgerecht”) zu verändern, sollten Die Grünen sich lieber und intensiver dafür einsetzen, dass die leiblichen nicht ehelichen Väter von Geburt bzw. Vaterschaftsanerkennung und -feststellung an automatisch ohne wenn und aber das gemeinsame Sorgerecht haben (ersatzlose Streichung des § 1626a BGB), und dass gerichtliche Alleinsorgeanordnungen nach Trennung und Scheidung (§ 1671 Abs. 2 Ziffer 2 BGB) nur dann möglich sind, wenn durch die Fortführung der gemeinsamen elterlichen Sorge das Kindeswohl im Sinne des § 1666 Abs. 1 BGB akut gefährdet ist, also wenn andernfalls das Kind durch das Jugendamt in Obhut genommen werden müsste, wenn keine Alleinsorgeanordnung getroffen werden würde.

    Der Vorteil dieser gesetzlichen Regelung wäre der, dass die gerichtlichen Rosenkriege “ums Kind”, die deren Wohl nachhaltig schaden, in ihrer Anzahl endlich erheblich zurück gehen würden, weil Animositäten des Trennungspaares, die ihre Ursache im Paarkonflikt haben, nicht im Streit ums Kind herangezogen werden können. Kinder brauchen ihre leiblichen Eltern – und nur diese! – als Sorgeverantwortliche und -berechtigte, und zwar auch dann, wenn diese sich als Paar nicht mehr verstehen und mögen. Tragen Sie und Die Grünen deshalb mit dazu bei, dass Kinder nicht mehr der ungeschützte Spielball von Eltern, Anwälten, Jugendamtsmitarbeitern, Verfahrensbeiständen und letztendlich Familienrichtern bleiben, die nach meiner Jahre langen Erfahrung als anwaltlicher Kindschaftsrechtler sich in der Regel nicht in die Kinder hinein versetzen (können) und die Kinder damit traumatisieren!

    Mit freundlichen Grüßen
    Marcus Gnau
    -Rechtsanwalt-

    30.05.2012 um 9:52 Uhr

  2. Jürgen Hünhold

    Dem Komentar des Rechtsanwaltes Marcus Gnau
    ist nichts hinzuzufügen.

    30.05.2012 um 18:50 Uhr

  3. Deutschlands Väter

    Wo Herr Gnau RECHT hat, hat er RECHT!
    Gleichstellung hört dort auf wo Homosexuelle Paare Kinder adoptieren wollen. Diese vaterlose Gesellschaft, die Alleinerziehung der Mütter ist das Geschwür dieser Gesellschaft seit Jahrzehnten und hat nunmehr die Folge das deutsche Familienpolitik auf dem Europäischen Abgrund gelandet ist. Nicht nur das diese Politik Menschenverachtend und Menschenrechtswidrig ist, nein dieses Volk schafft sich mit Europas letzten Platz bei der Geburtenquote selbst ab. Was für ein Desaster! Diesem Treiben muss Einhalt geboten werden! Die Häfte aller Eltern sind männliche Väter. Und jedes Kind benötigt nicht ein liebevolles schwules Paar für eine gesunde Entwicklung, sondern zur eigenen Identitätsfindung und zur Beziehungsfähigkeit sein WEIBLICHES und sein MÄNNLICHES Elternteil. Kinder haben ein Recht auf VATER und MUTTER und nicht auf Rollenspiele.
    Die Schäden bei den Kindern sind unabsehbar, soll doch lediglich der reine Egoismus der Erwachsenen auf Kosten der wehrlosen Kinder befriedigt werden.
    Die sexuelle Selbstverwirklichung eines Erwachsenen Homosexuellen ist unvereinbar mit den Bedürfnissen eines Kindes, welches ein Recht auf gesunde Entwicklung und ein Recht auf Vater und Mutter hat. Sich hinter Toleranz verstecken zu wollen bzw. diese vorzuschieben, ist scheinheilige zweckdienliche Ignoranz des Kindeswohles.
    Kinder müssen wieder Geborgenheit erfahren, geboren werden und von ihren Vätern und Müttern umsorgt werden, spüren was ein Mann, was eine Frau ist und dies auch fühlen und leben.

    07.08.2012 um 20:29 Uhr

  4. Helene

    Liebe Frau Dörner,
    Unter diesen Umständen, würde ich wieder Grün wählen.
    Ich finde diesen Ansatz sehr gut.
    Das Kind braucht Liebe und Fürsorge, die bekommt es schließlich nicht bloß von den leiblichen Eltern, was zahlreiche Beispiele beweisen.
    Grüße

    07.09.2013 um 16:50 Uhr

Reaktionen im Web:

Einen Kommentar schreiben: