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Familienförderung gerechter machen

Zur Vorstellung der Studie «Lehren für die Familienpolitik – Zentrale Resultate der Gesamtevaluation familienbezogener Leistungen» erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

„Die Bilanz der Forschungsinstitute macht erneut deutlich, dass eine Neuausrichtung der Familienpolitik dringend erforderlich ist. Ein undifferenziertes „Mehr von Allem“, wie von der scheidende Familienministerin Schröder in den Raum gestellt, ist der falsche Weg. Wichtig ist, dass vor allem die Instrumente und Leistungen ausgebaut werden, die Kinder direkt fördern und es Eltern ermöglichen, ihre Vorstellungen von Familienleben zu verwirklichen. Eine Forsa-Studie aus dem Frühjahr 2013 macht deutlich, dass Eltern die frühe Förderung von Kindern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit besonders wichtig sind. Aus Sicht der Mehrheit der Eltern hat das Alleinernährermodell ausgedient. Doch nur sechs Prozent der Eltern, die eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit wollen, können dies im Alltag umsetzen. Wunsch und Wirklichkeit der Eltern klaffen eklatant auseinander. Daher sollten der Ausbau der Kindertagesbetreuung und die Weiterentwicklung des Elterngeldes Priorität haben. Diese familienbezogenen Leistungen sind auch die, die die Forschungsinstitute als besonders wirkungsvoll bewerten.

Die Studie bestätigt auch: Es gibt eine Schieflage in der deutschen Familienförderung. Schon heute profitieren Familien mit sehr hohem Einkommen über die Kinderfreibeträge mehr von der staatlichen Unterstützung als Familien, die Kindergeld beziehen. Über das Ehegattensplitting werden Verheiratete staatlich gefördert, unabhängig davon, ob sie für Kinder sorgen oder nicht. Dieses Ungleichgewicht muss beseitigt werden. Einer neuen Bundesregierung steht es gut an, sich von der steuerlichen Förderung in der bisherigen Form zu verabschieden. In den Mittelpunkt der Familienförderung müssen endlich die Kinder gestellt werden, nicht das Einkommen der Eltern oder deren Trauschein.

Die Union fordert mit ihrem Familiensplitting sogar mehr vom Falschen, denn mit dem Familiensplitting würden nur die negativen Anreize und problematischen Auswirkungen verstärken: steuerliche Bevorzugung von Familien mit hohem Einkommen und Förderung des Alleinverdienermodells. Die Familienförderung muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Wir wollen, dass jedes Kind dem Staat gleich viel wert ist. Deshalb streben wir eine Kindergrundsicherung an, bei der jedes Kind, unabhängig vom Einkommen seiner Familie, die gleiche finanzielle Unterstützung vom Staat erhält.“

Kommentare

2 Reaktionen: Kommentar schreiben ⇓

  1. Anna Gercke

    Ich fühle mich den Positionen der Grünen sehr nah. Dennoch habe ich bei den diesjährigen Bundestagswahlen eine andere Partei gewählt, da ich die Familienpolitik der GRÜNEN ganz und gar nicht nachvollziehen kann.
    Ich bin 29 Jahre alt und verheiratet. Mein Mann arbeitet (in einem befristeten Arbeitsvertrag) als Sozialpädagoge, ich bin zur Zeit Studienreferendarin. Wir wünschen uns Kinder und ich möchte sehr gern zu Hause bleiben, um mein Kind in den ersten drei Lebensjahren zu betreuen. Ich würde niemals ein Kind in diese Welt setzten, um es dann mit einem Jahr in eine Fremdbetreuung zu geben. Warum bekomme ich denn Kinder? Ich gehe gern arbeiten, ja. Aber ich bin noch lieber Mutter und das möchte ich möchte mir nicht mein Recht nehmen lassen, mein Kind selbst zu erziehen und rund um die Uhr für dieses Kind da zu sein.
    Leider sind wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, auf ein 2. Gehalt zu verzichten. Wir wären, um unseren Traum von einer Familie zu verwirklichen, auf Zuschüsse angewiesen, die es zur Zeit nicht im ausreichenden Maße gibt. Ein Abschieben des Kindes in die KiTa kommt für uns keinesfalls in Frage.
    Daher würden wir eher keine Kinder bekommen, obwohl wir uns eigentlich viele Kinder wünschen würden.

    Wir haben den Eindruck, dass ihre Partei krampfhaft versucht, die Frau vom Muttersein fern zu halten. Die Frau wird einzig als Wirtschaftsfaktor betrachtet, die das Kind am besten sofort in staatliche Hände gibt, um wieder „produktiv“ zu sein.

    Wir haben als Familie keine Wahlfreiheit mehr. Wir sind (obwohl beide Akademiker sind) nicht in der Lage, nach unserer Vorstellung von Familie und Kindererziehung zu leben, da Familien nicht mehr direkt unterstützt werden.

    Sie sollten sich wirklich überlegen, ob der von Ihnen eingeschlagene Kurs in Bezug auf die Familienpolitik der richtige ist. Wir sind jedenfalls maßlos enttäuscht!

    07.10.2013 um 2:29 Uhr

  2. Jenny

    Hallo, ich bin ebenfalls 29 Jahre alt, Sozialarbeiterin und habe zwei Kinder. Da mein Freund ebenfalls im sozialen Bereich tätig ist, sind wir auf zusätzliche Sozialleistungen (Wohngeld) angewiesen, um unseren Bedarf zu decken. Auch kommt es für uns nicht in Frage, unsere Kinder ganztags in die Hände einer (Staatl.-)Fremdbetreuung zu geben.
    Uns wurde in den veragngenen fünf Jahren deutlich, dass eine sinnvolle Familienpolitik die langfristig plant (Kinder werden nunmal älter als ein Jahr, weshalb das Elterngeld schlichtweg eine Phrase von schwarz-gelb war&ist), nur in Verbindung mit der Wirtschaft zu gestalten ist. Eltern brauchen Gehälter, welche ihnen ein erträgliches Einkommen im alltäglichen Leben mit ihren Kindern ermöglichen. Des Weiteren müssen die Bildungseinrichtungen für Kinder & Jugendliche (Kita, Kindergarten, Schule), basierend auf wissenschaftlichen Ergebnissen (z.B.Betreuungsschlüssel beim Thema Bindungsforschung-wie Frau Dörner bereits sehr richtig betont) zwar ganztags angeboten werden, jedoch darf nicht propagiert werden, dass es für alle Eltern Pflicht sei, ihre Kinder frühzeitig in Fremdbetreuung zu geben!
    Herzliche Grüße -und auf dass ein Umsetzen in naher Zukunft gelingen mag-J.

    25.10.2013 um 21:11 Uhr

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