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Organspende: Schweigen darf nicht Zustimmung bedeuten

Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich einen Organspendeausweis. Es fühlt sich gut und richtig an, dass mit meinen Organen nach meinem Tod Leben gerettet werden können oder die Lebensqualität schwer kranker Menschen, die bspw. auf die Dialyse angewiesen sind, verbessert wird. Selbstverständlich möchte ich, dass die Anzahl der Organspenden steigt und möglichst viele Menschen ihre Bereitschaft zu spenden dokumentieren. Die Widerspruchslösung, die morgen im Deutschen Bundestag zur Abstimmung gestellt wird, halte ich aber für den falschen Weg.

Aus meiner Sicht ist es ein großer Eingriff in die persönliche Entscheidungsfreiheit, Stillschweigen als eine Freigabe der eigenen Organe zu bewerten, wie es die Widerspruchslösung vorsieht. Ich möchte die Organspende nach dem Tod als eine bewusste und freiwillige Entscheidung beibehalten. Denn Organspende ist ein persönliches und für viele Menschen hoch sensibles Thema. Ob sie ihre Organe spenden möchten, muss jede und jeder selbst informiert entscheiden können. Eine Widerspruchslösung käme für mich nur als ultima ration in Frage, wenn es keine anderen Möglichkeiten gäbe, die Anzahl der Organspenden substantiell zu steigern. Das ist aber nicht der Fall. Im Jahr 2018 konnte auch ohne Widerspruchslösung ein Anstieg der Organspenden um 20 Prozent verzeichnet werden. Um die Spendenbereitschaft weiter zu steigern, halte ich es für zielführend, aktiver als bisher über die Möglichkeit zur Organspende aufzuklären  – in regelmäßigen Abständen beim Hausarzt und bei der Ausweisabholung im Meldeamt – und es den Bürger*innen durch ein Online-Register  zu erleichtern, ihre Entscheidung zur Organspende selbst verbindlich zu dokumentieren und gegebenenfalls auch jederzeit wieder zu ändern. Diesen Weg wollen wir mit unserem Gesetzentwurf gehen, den man hier nachlesen kann.

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